“Das Asylrecht setzt voraus, dass wir das Leid anderer als rechtlich relevant anerkennen. Wenn Empathie politisch diskreditiert wird, verliert das Recht seine Basis. Die Asylpolitik der Gegenwart lebt von dieser Empathieverweigerung. Sie setzt auf Distanz, auf administrative Neutralisierung. Wer Zuständigkeits- und Zulässigkeitsregeln so ausbaut, dass bereits die Möglichkeit der Antragstellung zur Odyssee wird, stiehlt sich aus der menschenrechtlichen Verantwortung. Insofern ist die deutsche und europäische Entwicklung der Abschaffung des Asyls nicht nur ein juristischer, sondern ein anthropologischer Vorgang. Die Diskussion soll unser Bild der asylsuchenden Personen verändern. Sie werden als gefährliche Regelbrecher gelabelt und ihr Schutzbedarf dadurch unsichtbar gemacht. Diese Entwicklung ist gefährlicher als jede Verfassungsänderung.” Constantin Hruschka beschreibt den Rechtsbruch als Beweis der staatlichen Souveränität mit den sich daraus ergebenden Folgen für unsere Demokratie.
Tag: migration
Was Griechenland wusste: das tödliche Geschäft des Abu Sultan
“Eine monatelange Untersuchung unter der Leitung des griechischen Investigativmediums Solomon und des Netzwerks Arab Reporters for Investigative Journalism in Zusammenarbeit mit El País und der taz ergab, dass die griechischen Behörden schon früh wussten, dass die ‘Pylos 9’ unschuldig waren, sie aber fast ein ganzes Jahr in Untersuchungshaft behielten.” Griechenland kriminalisiert systematisch die Opfer eines der schwersten Schiffsunglücke im Mittelmeer, um von den Versäumnissen der eigenen Behörden abzulenken.
Geflüchtete aus der Ukraine und Syrien: Unterschiedlich willkommen in Deutschland?
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“Auch dieses Foto ist ein aktuelles Bild aus einem Krieg, den Putin gerade führt. Aber es wurde nicht in der Ukraine aufgenommen, sondern in Idlib in Syrien. Ein Krieg, den wir gerade zu vergessen scheinen, obwohl auch von dort zehntausende nach Deutschland geflohen sind aus Angst vor den Bomben Putins. Und, so groß die Hilfsbereitschaft für ukrainische Kriegsgeflohene gerade ist, so schwer macht es Deutschland den Geflüchteten aus Syrien, in diesem Land anzukommen. Die Menschenwürde ist unteilbar, sagt das Grundgesetz, und doch machen wir Unterschiede.”
After a campaign scarred by bigotry, it’s become OK to be racist in Britain
“The consequences won’t be faced by old Etonians or stripy-blazered Ukippers. They’ll descend on a grandad heading home from Friday prayers, or a Romanian mum caught on a bus speaking her mother tongue.” Aditya Chakrabortty expects things to get worse before they get better. I hope he’s wrong.
Our students were right to walk out
“Rights go hand in hand with responsibilities; you have the right to fart in [sic] public lift, it doesn’t mean you should exercise it.“ Ali Milani is proud to be representing Brunel students who respectfully showed their discontent with rightwing columnist Katie Hopkins’ views.
Can we afford to ignore what Katie Hopkins says about migrants drowning in the Med?
“So while we ought noisily to challenge her incitement to hatred and violence against the most vulnerable groups in society and to condemn the fact that major media outlets are providing her with the microphone to do this, we also need to organise for a different kind of politics in which those escaping war and poverty are welcomed and not left to drown in the seas that surround us.“ Des Freedman regards Katie Hopkins as merely a sideshow in an age of neoliberal politicians protecting uninhibited cross-border flow of capital while barring people fleeing poverty and persecution and refusing to help them when they vanish into the sea.
Europas Schuld
“Natürlich kann Europa nicht jeden Krieg verhindern und jeden gescheiterten Staat aufbauen. Doch Europa muss für instabile und Not leidende Staaten bei Weitem mehr tun als bisher. Ansonsten darf es sich nicht wundern, wenn deren verzweifelte Bewohner in Richtung Hoffnung aufbrechen—und sich weder von Meeren noch von Zäunen aufhalten lassen.” Markus Becker sieht eine klare Mitverantwortung Europas für das Flüchtlingsdrama. Pflichtlektüre.
David Cameron used swarm instead of plague in case it implied that God had sent the migrants
“There has to be something wrong with a world where the best employment option for a farmer in sub-Saharan Africa isn’t being a farmer in sub-Saharan Africa, but crossing the Mediterranean on a punctured lilo, only to spend days dangling under a lorry so that he can end up selling lollipops in a nightclub toilet. Our indifference is staggering.”
Frankie Boyle
Meet Fethullah Üzümcüoğlu and Esra Polat, the Turkish couple who spent their wedding day feeding 4,000 Syrian refugees.